Furnier verbindet Natur und Trends: Das Filet des Baumes ist ökologisch und schön   Vor kurzem aktualisiert!


Bonn. Furnier ist seit jeher die sparsamste Anwendungsform von echtem Holz. Es wird vom Baumstamm mit einem scharfen Messer dünn abgeschnitten, ohne dass nennenswerte Reste anfallen. Damit ist es das dünnste Massivholz der Welt. Ein Kubikmeter Holz ergibt im Durchschnitt 400 m² Furnier. Daraus können Möbeloberflächen für zwölf Schlafzimmer hergestellt werden. Egal, ob Eiche, Nussbaum oder Nadelholz, Furnier ist enorm ressourcenschonend und erlebt derzeit einen richtigen Aufschwung. „Die Klimakrise bestärkt ein wachsendes Umweltbewusstsein bei den Menschen, führt zu einem veränderten Konsum und regt die Nachfrage nach ökologischen und nachhaltigen Produkten an. Und es geht hier nicht um Moden oder kurzfristige Strömungen“, so Ursula Geismann, langjährige Trendanalystin und Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur (IFN), „es geht um einen Megatrend, der zur echten Überzeugung wird.“

Im Moment kommt es in vielen Konsum- und Investitionsgüterbereichen zum so genannten „Greenwashing“, denn alle Hersteller wollen mit dieser Entwicklung mithalten, können es aber nicht immer. „Holz hat den natürlichen Vorteil, CO2 in sich zu speichern. Es kommt in Europa aus nachhaltiger Forstwirtschaft und erfüllt allein damit schon zwei wichtige Kriterien, die ein ökologisch-nachhaltiges Produkt ausmachen“, so Geismann. Hinzu komme die immer wichtiger werdende Entsorgung von Produkten. Auch hier punktet Holz mit seiner möglichen Wiederverwendung etwa im DIY-Bereich oder in der Altholzbranche, mit seiner denkbaren Kompostierbarkeit und schlussendlich mit seiner thermischen Verwertung zur Erzeugung von Wärme und Energie. Damit ist Holz und sein Furnier das Material einer klimafreundlichen Zukunft. Hier ein Blick auf die neuesten Furniertrends:

Einsatzgebiete von Furnier wachsen

Bankkarten, Hotelkarten, Visitenkarten, Tischsets, DIY-Klebefurnier, Verpackungen, Gabel und Messer, Espressotässchen, Teller… Es kommen immer mehr Ideen auf den Markt, bei denen echtes Holzfurnier als ökologische Materialalternative Kunststoffe, beschichtete Papiere, Folien oder Lacke ersetzt. Im Trend liegen außerdem Dickfurniere, aus denen Möbel durch Biegung und ohne ein zusätzliches Material gebaut werden können.

Metallfäden erweitern das Einsatzspektrum

Neuster Trend sind so genannte Metallintarsien, die in Furnier eingebracht werden. Diese Kombination war früher nur in aufwendiger Handarbeit und mit einfachen Mustern möglich. Heute erlauben digitale Technologien grafische Muster, Logos oder fantasievolle Zierden in einem einzigen Verfahrensschritt. Das damit stark erweiterte Spektrum des Naturmaterials Furnier punktet im Innenausbau, bei hochwertigen Möbeloberflächen oder als Hingucker in Autos.

Die Boiserie kehrt mit spannenden Optiken zurück

Die Boiserie, also die Vertäfelung von Wänden und Decken mit Furnier, war bis ins 18. Jahrhundert weit verbreitet. Einen kleinen Auftrieb hatten Vertäfelungen in den 1960er Jahren, wurden danach aber oft als zu langweilig empfunden. Diese Einstellung erlebt gerade eine Umkehr. Zum einen, weil Wandvertäfelungen aus Furnier als Wärmedämmung und Schallschutz dienen und zum anderen, weil ihre Anmutung heute sehr viel vielfältiger und moderner ist. Sehr schick integrierbar sind geschmackvolle, raumhohe Türen mit Blockzargen oder auch elegante Schiebetüren.

Bedruckte Furniere punkten besonders in Geschäften

Furniere ergeben je nach Zusammenfügung unterschiedliche Bilder. Flächen können so absichtlich unruhig oder ruhig gestaltet werden. Rund 150 Holzarten stehen als Furniere zur Verfügung. Die meisten können nach individuellen Vorgaben bedruckt werden. Im Trend liegen dekorative Drucke wie organische Paisley- und Mandala-Muster und auch geometrische Drucke mit Ecken und Kanten auf einem gleichmäßigen Farbuntergrund. International tätige Marken aus verschiedenen Konsumgüterbereichen entscheiden sich gerne für einheitliche Farben und Logos beim Furnier im Innenausbau und bei den Möbeln ihrer Ladengeschäfte.

Es muss nicht immer Eiche sein Im Furnier-Ranking punkten neben der Eiche das helle Holz des Ahorns, der mittel- bis dunkelbraune und elegante amerikanische Nussbaum und die ruhige und gelblich-helle Birke. Außerdem wächst die Nachfrage nach europäischem Eschenfurnier und auch die rötlich anklingenden Buchenfurniere behaupten sich wieder deutlicher im Markt. Eukalyptus, gerne geräuchert, kommt als exklusives Trendfurnier hinzu. „Die Abnehmer von Furnier akzeptieren die Wuchsmerkmale von Holz, wie Verästelungen oder Markstrahlen, zunehmend als natürlich und individuell. Ein weiterer Trend, den dieses einmalige Naturmaterial setzt“, schließt die IFN-Geschäftsführerin. IFN/UG

© Quelle und Bildmaterial: Pressetext der Initiative Furnier + Natur (IFN)